Wenn die Kinder trotz HomeOffice nicht greifbarer sind

Woche Zwei im Home Office. So far so good. Ich fange langsam an mich an den nicht-höhenverstellbaren Schreibtisch zu gewöhnen, auch wenn ich die Tatsache vermisse ab und zu ein Stündchen im Stehen zu arbeiten. Ich habe das Gefühl wesentlich bewusster und aktiver darauf achten zu müssen aufrecht zu sitzen. Tue ich das nicht, rächt sich dieses Verhalten unerwarteter Weise durchaus sehr schnell. Vermutlich bin einfach nicht mehr jung genug um meinem Körper dieses Verhalten zuzumuten.

HomeOffice ohne Stehschreibtisch.
HomeOffice ohne Stehschreibtisch.

Was mich allerdings weitaus stärker stört ist die Tatsache bei meinen Kindern zu sein, sie im Hintergrund lachen und weinen zu hören, aber dennoch irgendwie abgekapselt arbeiten zu müssen. Die ersten Tage fiel mir das leichter, allerdings wächst das Bedürfnis, mehr Zeit mit Ihnen zu verbringen. Nach der Arbeit bin ich sofort zuhause, was durchaus angenehm ist, aber an der Tatsache dass ich den Tag der Kindern größtenteils verpasse, ändert das leider nichts. Aber nicht alles ist schlecht: ich habe die Chance mit meinen Kindern zu Mittag zu essen, eine Gelegenheit die ich unbedingt wahrnehme. Auch habe ich das Gefühl dass ich die Beziehung zu meinen Nachbarn vertiefen kann, da diese dasselbe Schicksal erleidet. Zwar bin ich der einzige in unserem Mehrfamilienhaus der wirklich HomeOffice praktiziert — die Frührentner / Renter / Kindergärtnerin / Lehrerin und drei Freiberufler haben einfach andere Arbeitsbedingungen, allerdings resultiert daraus auch die Möglichkeit für die Kinder mehr mit ihren Freunden von Nebenan zu spielen, schließlich sind die Eltern ja (mehr) daheim (als sonst).

Was meine Produktivität angeht habe ich zwei Dinge gelernt:

  • Ich kann die App Just Focus nur empfehlen um äußerliche Eindrücke für einen Moment auszublenden. Das Standardintervall des Pomodoro ist 25min. Für diese Zeit lässt sich jede Form des Spielens, Tragen helfen & Spielsachen reparieren vermeiden.
  • Aufgrund der Heimarbeit sind meine Kollegen weniger erreichbar. Das ist nicht unbedingt schlecht. So manche Information die normalerweise “mal eben kurz erfragt wird” ist dadurch weit entfernt. Das zwingt zur Eigenrecherche. Dieses Vorgehen trägt nicht selten unerwartete Früchte.

Wie läuft das HomeOffice bei euch so? Berichtet mir gerne von Erfahrungen, Problemen & Erkenntnissen.

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2 Gedanken zu „Wenn die Kinder trotz HomeOffice nicht greifbarer sind“

  1. Hi Flowinho,
    ich wurde durch meinen Arbeitgeber bereits vor vielen Jahren (fast 2 Jahrzenten) kontinuierlich ins Homeoffice getrieben (u.a. durch Lokationsschließungen), wobei ich sagen muss, dass mir dieses Modell sehr entgegenkam und ich meine Jobs im Unternehmen auch etwas daran orientiert habe. Ich habe übrigens 2 Kinder, die ich über all die Jahre im HO habe aufwachsen sehen, wofür ich sehr dankbar bin und was mir auch keiner mehr nehmen kann.
    Das Ding ist, dass viele Homeoffice nur mit der Verlagerung ihres Arbeitsplatzes nach Hause verbinden. HO muss aber im wahrsten Sinne des Wortes verstanden werden und lässt sich sicherlich nicht im Zuge einer Situation wieder der aktuellen von heute auf morgen umsetzen. HO setzt voraus und funktioniert sehr gut, wenn man tatsächlich eine mehr oder weniger separate Büroinfrastruktur zur Verfügung hat. Bitte nicht falsch verstehen. Ich weiß natürlich, dass dies in einer Wohnung nur schwer realisierbar ist, dennoch denke ich, dass es die Voraussetzung für ein effizientes und „befriedigendes“ Arbeiten in den eigenen vier Wänden ist.
    Bei mir ist es inzwischen sogar so, dass ich im HO eine wesentlich bessere Infrastruktur zur Verfügung habe, als ich dies in der mir zur Verfügung stehenden shared Arbeitsplatz-Umgebung meines Arbeitgebers vorfinde. Mal abgesehen von den Kollegen/-innen, auf die ich aber dank WebEx, Collaboration-Plattformen, etc. auch nicht komplett verzichten muss und kann ;o)

    Aber nun hoffen wir mal, dass der ganze Scheiß bald wieder vorbei ist und jedem das für seine Rahmenbedingungen geeignete Umfeld zur Verfügung steht.

    Gruß
    Sascha

    1. Hi Sascha!

      > Ich habe übrigens 2 Kinder, die ich über all die Jahre im HO habe aufwachsen sehen, wofür ich sehr dankbar bin und was mir auch keiner mehr nehmen kann.

      Das ist wundervoll. Auch ich habe zwei Kinder. Wie ich im Post ja schreibe, freut es mich auch dass ich meinen Kindern näher bin. Aktuell ist aber aufgrund der Situation auch bei den Kollegen ein höheres Kommunikationsbedürfnis vorhanden, wodurch ich sehr viel am Telefonieren bin. Auch Pair-Programming wird stärker gewünscht. Vermutlich ist dies eine psychologische Reaktion auf das „Social Distancing“ — Menschen wollen einander hören.

      > HO setzt voraus und funktioniert sehr gut, wenn man tatsächlich eine mehr oder weniger separate Büroinfrastruktur zur Verfügung hat.

      Ich bin da ganz bei dir. Ich habe dank unserer Nachbarn einen Schreibtisch ins Kinderzimmer stellen können. Ein Ethernet-Kabel war schnell verlegt und dank eines Bildschirms habe ich zumindest was die Peripherie angeht denke ich eine ganz gute Ausgangssituation. Da bisher HomeOffice nicht auf der Agenda stand, und eine Einrichtung eines permanenten Büros in der Wohnung nicht möglich ist, muss ich mich erstmal mit dieser provisorischen Lösung begnügen.

      > Bei mir ist es inzwischen sogar so, dass ich im HO eine wesentlich bessere Infrastruktur zur Verfügung habe, […]

      Bei mir Zuhause ist das Internet stabiler 😆 Und ich muss mich nicht durch einen Firmen-Proxy kämpfen. Allerdings sind die Weichen noch nicht ganz gelegt um wirklich ohne große Bemühungen alle Tools der Arbeit zuhause nutzen können. Aber auch dieses Problem werde ich noch lösen. Nur immer schön compliant bleiben 😎

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